Kritik am U-Bahn-Ausbau

Die U-Bahn ist kein Allheilmittel

Das Wiener U-Bahn-Netz dehnt sich immer stärker Richtung Stadtrand aus. Stadtplaner erhoffen sich Erfolg durch so genannte Stadtentwicklungsgebiete, also rasch wachsende und eher planerisch angelegte Neubausiedlungen und Wirtschaftszentren, welche zumeist am Stadtrand entstehen.

Diese Stadtentwicklungsgebiete sollen auch einen qualitativ hochwertigen Anschuss an das Netz der öffentlichen Verkehrsmitten erfahren, in Wien denkt man hierbei automatisch an die U-Bahn. Das Konzept scheint jedoch nicht voll aufzugehen, davon zeugen zumindest leere U-Bahn-Züge auf den Strecken der U1 Richtung Leopoldau und der U6 Richtung Siebenhirten. Auch die Endstücke der U3 und die gesamte U2 sind nicht wirklich besser ausgelastet.

Kosten für den U-Bahn-Bau
Kosten für den U-Bahn-Bau in Wien: üebr 2 Milliarden

Weit über 2 Milliarden schlucken künftige Ausbauprojekte der U1, U2 und U6

Die U-Bahn ist als Massentransportmittel für Einzugsgebiete mit hoher Bevölkerungsdichte bestens geeignet, hingegen Sie in Stadtrandgebieten weniger optimal erschließt. Dort leben zwar auch viele Menschen, jedoch bei weitem nicht auf so engem Raum wie in der Innenstadt.

Geldverschwendung beim U-Bahn-Bau?

Mitte Jänner 2009 hagelte es schwere Vorwürfe gegen die Wiener Linien. Prüfungen des Rechnungshofes ergaben massive Mehrkosten und Fehlverrechnungen in der Höhe von fast 9 Millionen Euro beim Ausbau der U1 nach Leopoldau und der U2 zum Stadion.

Geldverschwendung beim U-Bahn-Bau?

Ausbau der Straßenbahn anstatt U-Bahn

Ausbau der Straßenbahn anstatt U-Bahn im 22. Bezirk

Wäre es nicht also sinnvoll, vor allem am Stadtrand stärker in den Ausbau der Straßenbahn zu investieren? Zahlreiche Projekte wie der Ausbau der Straßenbahnlinie 26 oder der Neubau der Strecken Kagran-Breitenlee und Aspern-Essling gibt es schon lange, stets werden sie zu Gunsten des U-Bahn-Ausbaues zurückgereiht, obwohl die Kosten wesentlich geringer wären, als jene für neue U-Bahn-Strecken. Chance auf Verwirklichung von 2 konkreten Ausbauprojekten der Straßenbahn gibt es seit Oktober 2008. Am 17.10. gaben die Wiener Linien bekannt, ab dem Jahr 2009 die Linien 25 und 26 auszubauen um so den 21. und 22. Bezirk besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu versorgen.

Diese Straßenbahnverlängerung soll künftig für das Viertel um die Quadenstraße eine direkte, vom Straßenverkehr weitgehend unbehinderte Anbindungen an die neuen U-Bahnen U1-Nord (Kagraner Platz) und U2-Nord (Hausfeldstraße) schaffen.

Linktipp: www.tramway.at

Harald A. Jahn informiert auf seiner Seite über zahlreich interessante Visionen für ein besseres Verkehrskonzepts Wiens, vor allem durch den Neubau von Straßenbahnstrecken, insbesonders im Bereich Hauptbahnhof und der City-Tram durch Wien.

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