Kunst in den Stationen
Moderne Gestaltung und Archäologische Funde
Die Linie U3 ist die Kunstlinie des U-Bahn-Netzes. In zahlreichen
Stationen findet man künstlerisch gestaltete Bereiche. Neben einer
Video-Installation vom weltberühmten Künstler Nam June Paik in der
Station Schweglerstraße, über die Kunstwand von Adolf Frohner am
Westbahnhof "In ca. 55 Schritten durch Europa" bis hin zum "U-Turn" der
Mediengestalterin Margot Pilz. Doch auch andere Stationen finden
regelmäßig für künstlerische Zwecke genutzt.
Die Linien U2 und U3 stechen diesbezüglich besonders hervor. Neben
unzähligen historischen Artefakten (Virgilkapelle am Stephansplatz, die
Reste der alten Stadtmauer beim Stubentor, Renaissance am Schwedenplatz,
Römerzeit in der Rochusgasse) wurde mit einer Reihe zeitgenössischer
Kunstwerke ein spannender Gegenpol geschaffen, der sich mit der Zeit und
Mobilität des 21. Jahrhunderts auseinandersetzt.
Hier eine Auflistung der interessantesten Kunstobjekte und
Ausgrabungen:
Direkt unter dem Europaplatz schuf Adolf Frohner in der Station
Westbahnhof ein 40 Meter Kunstobjekt, in dem er sich mit der Evolution
des Kontinents Europa auseinandersetzte. Die Kunstwand aus Stein
entstand in zweijähriger Arbeit und wurde vor kurzem von einzelnen
Schäden restauriert und ist nun durch eine Absperrung geschützt.

Entwicklungsgeschichte der Natur auf Erden und des Universums aus dem
Urknall
Die Natur bildete den thematischen Ausgangspunkt für die in dieser
Station gezeigten Arbeit von Anton Lehmden. In Zusammenarbeit mit
Künstlern einer italienischen Mosaikschule wurde in 2,5 Jahren Arbeit
ein Werk geschaffen, welches sich mit der Entwicklung und Wandlung der
Natur auseinandersetzt. Das Kunstwerk besteht aus 3 Millionen
handgebrochenen Murano-Glasteilchen.
Während der U3-Bauarbeiten im Abschnitt Herrengasse stießen Arbeiter
unerwartet auf Reste einer Krypta, der Ludwigskapelle. Diese wurde 1328
als Zubau an die Minoriten-kirche errichtet. Eine Integration des Fundes
in den Stationsbau war in diesem Bereich nicht möglich, eine Darstellung
der Grundmauern ist auf dem Minoritenplatz zu sehen.

Schon vor Beginn des U Bahn Baus war die Existenz der
Maria-Magdalena-Kapelle neben dem Stephansdom bekannt. Im Zuge der
Grabungen stießen Bauarbeiter jedoch auf ein älteres Bauwerk, die
Virgilkapelle aus dem 13. Jahrhundert.

Die Virgilkapelle wurde 1973 im Zuge des U-Bahnbaues entdeckt und als
Museum in die U-Bahn-Station Stephansplatz integriert. Die unterirdische
Kapelle ist einer der best erhaltenen gotischen Innenräume in Wien. Sie
entstand um 1250 als "capella subterranea" der Magdalenenkapelle.
Ursprünglich war sie als Begräbniskapelle gedacht. Schon im 14.
Jahrhundert verlor sie jedoch diese Bestimmung und diente einer reichen
Wiener Kaufmannsfamilie als Gruft. Die Kapelle wurde mit byzantinisch
beeinflussten Radkreuzen ausgemalt und mit einem Altar für den hl.
Virgil ausgestattet.
Im Vorraum ist eine Keramiksammlung untergebracht, welche die
Entwicklung der Wiener Keramik vom 10. bis ins 19. Jahrhundert zeigt.
Zur Zeit ist eine Besichtigung aus konservatorischen Gründen nicht
möglich.
Teile der alten Stadtmauer aus der Renaissancezeit wurden freigelegt
und in das Stationsgebäude Stubentor eingebunden. Die Stadtmauer wurde
mit einer Länge von etwa 20 Metern in das neue Stationsbauwerk
miteinbezogen.
In der U-Bahn-Station Landstraße gestaltete Oswald Oberhuber eine
Emailwand, auf der als Kontrast zum täglichen Alltag, verspielte und
fröhliche Tierdarstellungen zu sehen sind. Außerdem wurde in dieser
Station das Videokunstwerk "Planet der Pendler mit den drei Zeitmonden"
von Kurt Hofstetters installiert.
Stadtauswärts und Stadteinwärts
Das Werk an den Aufgängen der Station Erdberg ist ein aus
handbemalten Fliesen zusammen-gesetztes Mosaik. Mittels Formen und
Farben wird die Symbiose des Zusammenlebens in einer Stadt dargestellt.
Eine vier Meter hohe Emailwand mit den 20 Siegerarbeiten (von etwa
1.300 Mädchen und Buben) zum Thema "Mobilität im kommenden Jahrtausend".