Projekt U1 Süd

Vom Reumannplatz nach Rothneusiedl

Schon seit langem gibt es Pläne für die Verlängerung der U1 vom Reumannplatz aus in Richtung südliche Stadtgrenze. Schon im Netzentwurf M aus 1974 geht eine Strecke der U1 über den Laaerberg Richtung Donauländebahn aus.

Die etwa 5km lange Strecke wurde bereits untersucht, ursprünglich stellte sich heraus, das das Gebiet zwar viele Siedlungen (vor allem Per-Albin-Hanson-Siedlung) aufweist, diese sind jedoch sehr zerstreut sind und eine Erschließung durch die U-Bahn kaum möglich wäre. Lesen Sie hierzu auch die Kritik an der U1 nach Rothneusiedl.

Nun gilt diese Streckenerweiterung mehr oder weniger als fix, läuft alles nach Plan könnten bereits ab 2015 die ersten Züge auf der Neubaustrecke fahren. Dieses Vorhaben zählt bereits zur 4. Ausbaustufe und wird gemeinsam mit der U2-Verlängerung ins Fugfeld entstehen.

Die Kosten für die knapp 5 km lange Ausbaustrecke werden laut Planern rund 860 Mio. Euro betragen, eine Eröffnung wäre bei baldigem Baubeginn und optimalen Verlauf frühestens im Jahr 2015 möglich.

Streckenverlauf der U1-Süd nach RothneusiedlStreckenverlauf

Der Hauptvorschlag sieht vor, dass die Trasse direkt im Anschluss an die bestehende Station Reumannplatz (mit einem Umbau der bestehenden Wendeanlage) in Tieflage unter der Favoritenstraße zum Alten Landgut geführt wird. Vorgesehen ist, dass die Trasse im Bereich des Alten Landgutes zwischen Oberfläche und A 23 (Südosttangente) geführt wird. Im Anschluss wird die Trasse in Seitenlage der Favoritenstraße geführt und geht etwa ab dem Bereich der Alaudagasse in Hochlage über. Nach der Überquerung der Donauländebahn schwenkt die Trasse in die Mühlstraße ein und wird in das Stadtentwicklungsgebiet Rothneusiedl geführt.

Geplante Stationen entlang der U1-Süd

  • Troststraße
  • Altes Landgut
    (beim Verteilerkreis Favoriten)
  • Alaudagasse
  • Stockholmer Platz
  • Oberlaaer Straße
  • Rothneusiedl

Beim künftigen Streckenende (Station Rothneusiedl) im Bereich der Stadtgrenze ist eine Park & Ride-Anlage mit Anschluss an das hochrangige Straßennetz (S1) vorgesehen.

Variantenuntersuchung U1-Süd

Bei der Trassenfestlegung mussten Prioritäten gesetzt werden, die am Beginn des Planungsverfahren im Einvernehmen mit den Bewohner im Untersuchungsbereich getroffen wurden. In den Jahren 2002 und 2003 hat die Magistratsabteilung 18 eine Variantenutersuchung durchgeführt. In dieser Untersuchung wurden alle sinnvoll möglichen Varianten für eine Verlängerung der U1 Richtung Süden bewertet und gegenübergestellt.

Welche Varianten von der MA18 genau untersucht wurden, können Sie im Internet auf der Informationsseite zur U1-Süd-Erweiterung auf www.wien.gv.at nachlesen.

direkter Link: Variantenuntersuchung der U1 Süd

Kritik an der U1-Süd-Erweiterung

Die geplante Trasse der U1-Süd-Erweiterung über den Laaerberg nach Rothneusiedl führt durch ein Gebiet, in dem viele Menschen leben (vor allem in der Per-Albin-Hanson-Siedlung), jedoch auf großen räum und hoher Zerstreuung. Sogar auf der Informationsseite der Stadt Wien zeigt man diese Problematik auf:

Einige Bereiche des 10. Wiener Gemeindebezirks mit dichter Bebauung, diversen Freizeiteinrichtungen und städtebaulichen Potenzialen werden durch die künftige U-Bahn optimal erschlossen. Eine gleichmäßige Versorgung aller möglichen Einzugsflächen im südlichen Favoriten ist wegen deren weiten Auffächerung nicht möglich.

Rothneusiedl
Die neue U1 würde die ländliche Idylle in Rothneusiedl zerstören, © Microsoft Virtual Earth

Die neue U1 würde die ländliche Idylle in Rothneusiedl zerstören
© Microsoft Virtual Earth

Andere Abschnitte der Wiener U-Bahn, welche in Stadtrandgebiete führen (U1 Leopoldau, U6 Siebenhirten) sind zum Teil sehr schwach frequentiert, ob dies auf der Verlängerungsstrecke der U1 Süd anders sein wird, muss eindeutig in Frage gestellt werden. Sinnvoller erscheint eher die Beschleunigung der Straßenbahn 67 zur Schnellstraßenbahn.

Grüne Favoriten gegen U1Die Wiener Grünen sowie die Bürgerinitiative "Stopp Megacity" befürchten neben den Einbußen der Umwelt und Natur vor allem einen massiven Abzug der Kaufkraft vom Zentrum Favoritens (Favoritenstraße) in die künftigen Shoppingzentren.

Links

Link zur Bürgerinitiative: Stopp Megacity
Link zu den Grünen: Gegen die U1-Verlängerung
Weitere kritische Seite: www.u1verlaengerung.at

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