Projekt U2 Süd

vom Karlsplatz ins Eurogate, Arsenal und zur Gudrunstrasse

Mit dem Bau des Wiener Hauptbahnhofes an der Stelle des alten Süd- und Ostbahnhofes scheint die U2-Verlängerung vom Karlspatz aus nahe liegend. Nach zahlreichen Variantenuntersuchungen steht eine mögliche Trasse nun fest, diese führt jedoch am neuen Bahnhof vorbei (siehe hierzu auch Kritik). Erschlossen werden sollen vor allem neue Entwicklungsgebiete wie die Aspanggründe und der Stadtteil Südbahnhof. Wann mit dem Bau der neuen U2 tatsächlich begonnen werden kann, hängt letztlich von der Finanzierungssituation ab, die Investitionskosten werden heute auf knapp 700 Millionen Euro geschätzt. Die Projekte U2 Nord ins Flugfeld und U1 Süd Richtung Rothneusiedl werden jedoch vorgereiht und noch davor fertig gestellt. Eine Eröffnung vor dem Jahr 2020 scheint daher eher unrealistisch.

U2 Süd: Streckenverlauf

U2 Süd: Streckenverlauf

Streckenverlauf der neuen U2 zur Gudrunstraße
© Grundkarte: U2-Nord-Planungsteam, bearbeitet von Thomas Stadler

Die Strecke im Detail

Einbeziehung aller Rahmenbedingungen steht der mögliche Trassenverlauf nun fest. Die Neubaustrecke hat eine Länge von ca. 4,7 km und umfasst 5 Stationen. Diese sind:

  • Schwarzenbergplatz
  • Rennweg
  • Eurogate Sankt Marx
  • Arsenal
  • Gudrunstraße

Nach der Endstelle Gudrunstraße verläuft die Strecke in Tieflage weiter als Wende- und Abstellanlage für 8 Langzüge. Die Lage der vorläufigen Endstation ist variabel, somit kann später noch entschieden werden, ob eine Verlängerung der Strecke zur U1 (wahlweise Keplerplatz oder Reumannplatz) in Betracht kommt.

Variantenuntersuchung

Im Herbst 2003 begann man mit der Erfassung von sinnvollen Trassenvarianten für die Verlängerung der U2 Richtung Süden, vom Karlsplatz ausgehend. Die optimale Trasse sollte möglichst viele Wohnungen und Arbeitsplätze erschließen um größtmöglichen Nutzen zu erzielen. Laut Stadtplanern soll die U2-Süd Verlängerung von der Station Karlsplatz in Richtung Süden im wesentlichen folgende Funktionen erfüllen (zitiert):

  • optimale Erschließung der vorhandenen Wohnbevölkerung und Arbeitsplätze, die nicht direkt von den U-Bahnlinien U1 und U3 erschlossen sind,
  • optimale Erschließung der geplanten zentrumsnahen Stadtentwicklungsgebiete Aspanggründe (Eurogate), Teile der Wirtschaftszone St. Marx die nicht von der U3 erschlossen werden, das Entwicklungsgebiet Arsenal sowie den Stadtteil Wien Südbahnhof südlich vom Bahnhof Wien - Europa Mitte am Gelände des derzeitigen Frachtenbahnhofes,
  • optimale ÖV-Vernetzung durch Anbindung an vorhandene Umsteigeknotenpunkte mit S-Bahn-, U-Bahn-, Straßenbahn- und Buslinien.

Im Zuge der Bearbeitung wurden zahlreiche Varianten und deren mögliche Kombinationen untersucht. Diese wurden einem umfassenden Variantenvergleich nach Wirkungen und Kosten unterzogen. Die Auswertungen des Variantenvergleiches führten zu dem eindeutigen Ergebnis, die Variante 3C als Hauptvorschlag weiter zu verfolgen.

Variantenuntersuchung: Die Varianten im Detail

Variante 1 A: Vom Karlsplatz über den Schwarzenbergplatz und Belvederegarten bzw. Prinz-Eugen-Straße zum Hauptbahnhof und weiter in der Arsenalstrasse. Trasse mit der kürzesten Streckenlänge und nur 3 Stationen.

Variante 1 C: Vom Karlsplatz über den Schwarzenbergplatz zur S-Bahn Rennweg und weiter unter dem Fasanviertel zum Hauptbahnhof, weiter in die Mitte des Stadtteiles Wien Südbahnhof. Diese Variante weist 4 Stationen auf.

Variante 2 B: Vom Karlsplatz über den Schwarzenbergplatz zur S-Bahn Rennweg und weiter Richtung Eurogate-Aspanggründe. Nördlich vom Funkturm Arsenal in die Mitte des Stadtteiles Wien Südbahnhof. Diese Variante hat 4 Stationen, die vorläufige Endstation liegt quer unter der Ostbahn und erschließt das Arsenal und den Stadtteil Wien Südbahnhof.

Variantenuntersuchung der U2 Süd

Detaillierte Karte der Varianten­untersuchung zur U2

Variante 3 A:Vom Karlsplatz bis Eurogate-Aspanggründe wie Variante 2B. Ab mittiger Lage im Eurogate-Aspanggründe verläuft die Trasse südlich vom Funkturm Arsenal in den Stadtteil Wien Südbahnhof mit der Endstelle bei der Gudrunstraße. 5 Stationen.

Variante 3 C: Vom Karlsplatz bis zur S-Bahn Rennweg wie Variante 2B. Von dort parallel zum Rennweg in eine Randlage im Eurogate-Aspanggründe und weiter in einem Rechtsbogen in eine Arsenalquerung südlich vom Funkturm Arsenal und zur vorläufigen Endstelle im Stadtteil Wien Südbahnhof, analog der Variante 3A. Auch diese Variante weist 5 Stationen auf und ist die längste Trasse.

Detaillierte Informationen zum Trassenverlauf und den Stationen finden Sie auf der Seite der Magistratsabteilung: Projekt U2 Süd: Eurogate-Arsenal auf www.wien.gv.at.

Kritik an der U2-Süd-Planung

Südbahnhof

Die U1 wurde am Südbahnhof vorbeigebaut - der gleiche Fehler kommt am Hauptbahnhof mit der U2

Hauptkritikpunkt an der U2-Süd-Erweiterung liegt vor allem darin, dass sie dem neuen Hauptbahnhof Wien abermals keinen direkten U-Bahn-Anschluss gewährt, sondern südlich daran vorbeiführt. Nun tauchen immer wieder (nicht ganz ernst zu nehmende) Pläne auf, den Stadtteil Südbahnhof und somit die Linien U1 und U2 mit einem Cable-Liner zu verbinden. Angeblich laufen Gespräche mit der Seilbahnfirma Doppelmayr, die mit dem Bau beauftragt werden könnte. Diese Gerüchte wurden Anfang Juni von Bgm. Häupl bestätigt, wobei ÖVP und Grüne das Vorhaben heftig kritisieren - vor allem aufgrund der enormen Baukosten von rund 30-40 Millionen und zu erwartenden Betriebskosten.

U2 führt am Hauptbahnhof vorbei

Beitrag über den neuen Hauptbahnhof Wien
© ORF, €co (Beitrag vom 23. Juli 2009)

Auffällig ist außerdem, dass als Hauptvariante (3C) die längste gewählt wurde, obwohl weite Teile der Strecke (Rennweg und Sankt Marx) bereits bestens durch die S-Bahn versorgt sind, der Abschnitt zwischen den beiden Stationen würde sogar parallel zur Linie S7 (Fughafen-Schnellbahn) verlaufen.

Die Station Arsenal liegt hingegen in einem eher weniger dicht besiedeten Gebiet, welches nicht unbedingt einen U-Bahn-Anschluss benötigt. Besser wäre die Erschließung des Gebiets durch die Verlängerung der Straßenbahn.

Linktipp: www.tramway.at

Harald A. Jahn zeigt auf seiner Website www.tramway.at weitere Kritikpunkte an dieser Verlängerung auf und veranschaulicht, wie mit einem geeigneten Konzept das gesamte Einzugsgebiet der neuen U2 ausschließlich durch den Ausbau und Neubau.

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