Projekt U6 Nord

Verlängerung der U6 von Floridsdorf Richtung Stammersdorf

An der Achse Brünner Straße leben derzeit ca. 40.000 Einwohner, es gibt ca. 8.000 Arbeitsplätze und eine Vielzahl von zentralen Einrichtungen. Die Tendenz ist wie im gesamten Nordosten Wiens steigend. Neben dieser durchaus gewünschten Entwicklung nimmt aber auch die Verkehrsbelastung ständig zu. Eine Antwort darauf kann nur die Verbesserung und die Erhöhung des Angebots im öffentlichen Verkehr sein.

Die Magistratsabteilung 18 - Stadtentwicklung und Stadtplanung beschäftigte sich im Jahr 2002 intensiv mit der Attraktivierung des ÖV-Korridors Brünner Straße. In einer Machbarkeitsstudie wurden verschiedene Möglichkeiten einer attraktivern ÖV-Erschließung der Achse Brünner Straße untersucht und gegenüber gestellt. Neben einer Verlängerung der U6 von Floridsdorf zum Rendezvousberg wurden auch eine U-Bahn-Führung im Niveau, eine Kurzführung der U-Bahn bis zum Shopping Center Nord, eine Erschließung mit einer beschleunigten Straßenbahn (eine so genannte "Superbim") und eine Straßenbahn abschnittsweise unter bzw. über Niveau untersucht.

Da nur eine gute ÖV-Erschließung dem erwarteten Verkehrsaufkommen und der daraus resultierenden Beeinflussung der Lebensqualität im Bereich der Brünner Straße Abhilfe leisten kann, wurde die Verlängerung der U6 von Floridsdorf über Stammersdorf zum Rendezvousberg von der Wiener Stadtregierung beschlossen.

U6-Nord: Streckenplan

Streckenverlauf der U6 Nord nach Stammersdorf

Luftbild: © BEV 2003 (EB 2003/00526), MA18 (bearbeitet)

Die neu geplanten Stationen sind:

  • Floridsdorf
  • Werndlgasse
  • Shuttleworthstraße
  • Hanreitergasse
  • Kummergasse
  • Rendezvousberg

Trassenverlauf

In einer S-Kurve führt die Trasse von der derzeitigen U6 Station Floridsdorf in Tieflage zur Station Werndlgasse. Dieser Abschnitt wird in geschlossener Bauweise errichtet. Bei der geschlossene Bauweise wird der U-Bahn-Tunnel unterirdischer hergestellt, an der Oberfläche sind nur der Start- und Zielschacht als offene Baugrube sichtbar.

Die U-Bahn verläuft in Tieflage unter der Brünner Straße. Dieser Abschnitt wird in offener Bauweise errichtet. Bei der offenen Bauweise wird der Tunnel von der Oberfläche aus in der offenen Baugrube errichtet. Nach Fertigstellung der obersten Decke wird die Oberfläche wieder hergestellt und der weitere Tunnelausbau erfolgt unterirdisch.

Bei der Siemensstraße geht die U-Bahn von der Tieflage in Hochlage über und verläuft in der Brünner Straße. Bei der Hochlage fährt die U-Bahn auf einer Tragwerkskonstruktion oberirdisch. Die Hochlage wird oft auch als "Stelzenbauweise" bezeichnet. Der Übergang von der Tieflage in Hochlage erfolgt mittels einer Rampe. Die U-Bahn verläuft in diesem Abschnitt in Hochlage in der Brünner Straße. In diesem Abschnitt verläuft die U-Bahn ebenfalls in Hochlage etwas abgerückt von der Brünner Straße. Die U-Bahn verläuft am westlichen Rand der Brünner Straße in Hochlage.

Die Endstelle Rendezvousberg wird ebenso in Hochlage errichtet. Nach dieser Station wird eine Wende- und Abstellanlage angeordnet, die aufgrund der Geländeverhältnisse teilweise in Tieflage errichtet wird. Bei dieser Station ist auch eine Park & Ride-Anlage geplant.

Kenndaten

  • Länge: ca. 5,7km
  • Stationsanzahl: 7
  • Stationsabstand: durchschnittlich 810 m
  • Grobkostenschätzung: EUR 560 Millionen

Kritik und aktuelle Diskussion

In Floridsdorf wird auf dem ÖBB-Werksgelände das neue "Krankenhaus Nord" gebaut. Erschlossen ist das Gebiet durch die Straßenbahnlinie 31 und die Schnellbahn.

"Der Standort für das neue Spitzenspital, das ab 2010 im Norden Wiens entstehen wird, ist fix", erklärten heute Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Vizebürgermeisterin Mag. Renate Brauner und Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag. Sonja Wehsely im Rahmen der SPÖ-Klubklausur in Rust.

Das neue Spital im Norden Wiens wird rund 850 Betten zählen und neue Standards setzen. Die Betriebsstrukturen werden eine moderne Bettenbelegung sowie einen flexiblen und zeitgemäßen Einsatz der Operations­säle gewährleisten. Schon im April soll der EU-weite Architektur­wettbewerb für das Spital ausgelobt werden, dessen Ergebnis für Anfang 2009 erwartet wird.

Ende November nahm der Gemeinderat völlig überraschend mit den Stimmen der SPÖ- Gemeinderäte einen Antrag der ÖVP an, in dem einmal mehr die Verlängerung der U6 nach Norden verlangt wurde, zumindest bis zum Krankenhaus. Die SPÖ-Stadtregierung reagierte darauf verhalten. Am 14. Jänner wird der Antrag jetzt im zuständigen Planungsausschuss behandelt.

Die Stadt hatte die U6-Verlängerung entlang der Brünner Straße bereits 2003 geprüft und zeitlich nach hinten verschoben, da das Gebiet zu dünn besiedelt ist.

Stattdessen soll die auf der Brünner Straße fahrende Straßenbahnlinie 31 beschleunigt werden. Mit dem Antrag wird die Variante jetzt zumindest noch einmal überprüft werden.

 

 

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