Gestaltung der Stationen

Architektonische Meisterleitung unter der Erde

Die Architektengruppe U-Bahn (AGU) kreierte das für die Wiener U-Bahn typische Erscheinungsbild aller Stationen. Für die Linie U3 wurde das ursprünglich auf den Linien U1, U2 und U4 ausgearbeitete Gestaltungskonzept weiterentwickelt. Kaum eine U-Bahn auf der Welt hat es geschafft, dass völlig unterschiedlich gestaltete Einzelstationen dennoch einen visuell befriedigenden Gesamteindruck ergeben.

Die Architektengruppe U-Bahn

In Wien ist es der Architektengruppe U-Bahn, die 1970 gegründet wurde gelungen. Sie hat für alle Stationstypen ein einheitliches Gestaltungskonzept entwickelt, welches flexibel ist und den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten angepasst werden kann. Wilhelm Holzbauer, Heinz Marschalek, Georg Landstätter und Bert Gantar gehören heute der AGU an.

1973 stellte die Architektengruppe U-Bahn ihr detailliertes Planungskonzept vor. Ein komplettes Bausystem sollte ein einheitliches Bild von allen Bauwerken entstehen lassen.

Nach Ende der ersten Ausbaustufe wurde das Konzept schließlich insofern weiterentwickelt, als das Neubau der Linie U3 in sämtlichen Stationen von Beginn an Aufzüge eingebaut wurden. Hierfür wurde ein Stiegenghaus entwickelt, welches sowohl Aufzüge, als auch Rolltreppen und Stiegen an einem Platz ermöglichte.

Seit 1971 plant die Arbeitsgruppe U-Bahn-Innenausbau die Architektur, die Ausstattung und Betriebsbelange beim Stationsbau. Bei den meisten Linien kommen Paneelsysteme zum Einsatz. In diese Teile werden alle Funktions- und Informationselemente integriert. Sitzbänke, Papierkörbe und Informations- und Notrufflächen sind in die Wand eingebaut. Ein Modulsystem gewährleistet, dass beschädigte oder verschmutzte Teile einfach und effizient ausgetauscht werden können, ohne große Umbauten durchführen zu müssen. Neben der Station Karlsplatz wurden auch die neuen U2-Stationen (seit 05/08) erstmalig nicht von der Architektengruppe U-Bahn gestaltet.

Das subjektive Sicherheitsgefühl des Fahrgastes zu heben, ist bei jeder U-Bahn eines der wichtigsten Ziele der Innenraumgestaltung. Transparente Stationseingänge, verglaste und einsehbare Liftanlagen, helle Wandverkleidungen, gut einsehbare Gänge mit heller und gleichmäßiger Beleuchtung sowie nach oben offene Stiegenhäuser sind nur einige der Mittel, die dazu beitragen, das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen.

Zur optischen Auflockerung wurden die Fugen zwischen den einzelnen Paneelen mit der Leitfarbe der jeweiligen Linien ausgefüllt. Dies vereinfacht vor allem bei Umsteigeknoten die Orientierung in der Station selbst. Auch alle Stationstafeln sind mit der jeweiligen Kennfarbe der Linie gestaltet.

Am Bahnsteig selbst setzten die Architekten auf einen totalen Gegensatz. Während alle Bereiche, die die Fahrgäste begehen, in glatten, hellen, farbigen Materialien ausgeführt und durchgestaltet sind, bleibt der Tunnel roh belassen und dunkel. Der Grenzlinie zwischen beiden Bereichen, der Bahnsteigkante und dem darüber liegenden Lichtband, kommt eine besondere Bedeutung zu. Sie dient sozusagen als Warnung vor dem "gefährlichen, dunklen Abgrund".

Mehr als Transport: Shopping & Stationen der Kunst

Wiens U-Bahn-Stationen werden täglich von etwa einer Millionen Menschen nicht nur zum ein- und umsteigen genutzt. Sie dienen mittlerweile Dank der zahlreichen Geschäfte auch für den schnellen Einkauf oder Imbiss zwischendurch. Einige Haltestellen wurden zusätzlich von Künstlern mit interessanten Ausstellungsstücken und besonderen Gestaltungen dekoriert. Hierbei gilt besonders die Linie U3 als Kunstlinie des U-Bahn-Netzes. Durch den U-Bahn-Bau kam es in den vergangen 30 Jahren auch zu zahlreich hoch interessanten archäologischen Funde, welche heute in bzw. um die Stationen zu sehen sind.

wiener-untergrund.at | Copyright © 2004-2010 | Thomas Stadler | Impressum | Sitemap Locations of visitors to this page