1996: U6 nach Florisdorf
Von der Nußdorfer Strasse nach Floridsdorf
Lange wurde für den Nordausbau der U6 durch die Brigittenau und über die Donau nach Floridsdorf diskutiert, denn bei einem Blick auf den Plan wirkt eine U-Bahn nach Floridsdorf wie eine Parallelführung mit der Schnellbahn. "Jedoch nur auf dem Plan - den in der Realität hat die U6 eine ganz andere Aufgabe als die Schnellbahn, nämlich die Verbindung in die Westbezirke. Somit kann die U6 nicht als Konkurrenz zur Schnellbahn-Stammstrecke angesehen werden, mögliche Fahrgastverluste wären nur zwischen Floridsdorf und Wien Nord möglich, und diese wären nicht negativ, denn dieser Abschnitt ist der stärkst belastete im Schnellbahnnetz", so die Wiener Linien gegen 1980, als mit dem Bau der neuen Strecke begonnen wurde. Es galt sich nun über den genauen Trassenverlauf zu einigen.
Variantenuntersuchung für die U6-Nord

© Die U-Bahn-Linie U6, Comporess-Verlag, Seite 80, modifiziert von Thomas Stadler
Es wurden über 10 Varianten untersucht und schrittweise einem Ausleseverfahren unterzogen:
- Nr.1 "Heiligenstadt"
- Nr.2 "Rampengasse - Floridsdorfer Brücke"
- Nr.3 "Adalbert-Stifter-Straße"
- Nr.4 "Stromstraße"
- Nr.5.1 "Leipziger Straße - Winarskystraße"
- Nr.5.2 "Leipziger Straße - Hellwagstraße"
- Nr.6 "Brigittaplatz - Hellwagstraße"
- Nr.7 "Spittelauer Lände"
- Nr.8 "Wallensteinstraße - Hellwagstraße"
- Nr.9 "Alserbachstraße"
Zusätzlich bestand die Möglichkeit einer U2-Verlängerung nach Floridsdorf. Auch wenn diese Variante in die engere Auswahl kam, wurde für Variante 5.2 entschieden, da sie gegenüber der U2 viel günstiger und deutlich leichter realisierbar war.
Die Variante "Alserbachstraße", ähnlich einer U2-Verlängerung wurde vor allem aufgrund den 2-3x höheren Baukosten und dem Entfall der Station Nußdorfer Straße abgelehnt. Varianten 7 und 8 waren nicht möglich, da der Umsteigeknoten Spittelau nicht hätte realisiert werden können. Außerdem wurde für die Trasse die Nordbahnbrücke gegenüber der Floridsdorfer Brücke bevorzugt.
