Linie U6

von Siebenhirten nach FloriDsdorf

Streckenverlauf & Stationen der U6Streckenverlauf

Die U6 gilt mit einer Linienlänge von mehr als 17 km als längste U-Bahn-Linie Wiens. Die Fahrzeit auf der nahezu gänzlich oberirdisch verlaufenden Strecke beträgt bei 24 Stationsaufenthalten durchschnittlich etwa 36 Minuten. Das Kernstück der U6 zwischen der Gumpendorfer Straße und der Nußdorfer Straße geht auf die Gürtelstadtbahn zurück und wurde für den U-Bahn-Betrieb (seit 1989) modernisiert. Aus Kostengründen wurde die ehemalige Stadtbahn jedoch nie völlig den anderen U-Bahn-Linien angeglichen (Stromzufuhr, Fahrzeuge), die ist U6 trotzdem als vollwertige U-Bahn anzusehen.

Zahlen & Fakten zur U6

  • Streckenlänge: ca. 17,5 km
  • Anzahl Stationen: 24
  • Fahrzeit: 35  Minuten
  • Betriebsbahnhof: Michelbeuern
  • Stationsabstand Ø: 754 Meter
  • Längster Stationsabstand: 1.272m (Alt Erlaa-Am Schöpfwerk)
  • Kürzester Stationsabstand: 577m (Niederhofstr.-Längenfeldg.)

Geschichte & Linienchronik

Am 9. Mai 1898 konnten die ersten Teilstücke der Stadtbahn entlang der Gürtelstrecke mit Dampfbetrieb eröffnet werden. Das gesamte Kernstück der heutigen U6 geht auf die Stadtbahn zurück. Während die Stadtbahnstrecken Wiental und Donaukanal bereits schon 1980, also zu Beginn des U-Bahn-Zeitalters auf den Betrieb mit Silberpfeilen umgestellt wurde, dauerte es bei der Gürtellinie bis Oktober 1989.

Aus der Stadtbahn entsteht die U6

Im Zuge der Umstellung auf U-Bahn-Betrieb wurden lediglich die Signal- und elektrischen Anlagen komplett erneuert, Stationen und Viadukte renoviert und die Strecke von Links- auf Rechtsverkehr umgestellt. Von einem Umbau der historischen Gürtellinie samt Stationen auf den sonst bei der Wiener U-Bahn üblichen Betrieb mit Stromschiene wurde wegen des zu hohen Aufwandes abgesehen.

1985 begannen die Bauarbeiten für das neue Verkehrskreuz Längenfeldgasse. Dafür musste das Otto-Wagner-Viadukt und die Rampe komplett erneuert werden. Der U6-Betrieb am Streckenabschnitt zwischen Gumpendorfer Straße und Meidling Hauptstraße wurde daher am 15. April 1985 eingestellt.

Der U-Bahn-Betrieb konnte schließlich am 7. Oktober 1989 auf der Gürtelstrecke aufgenommen werden, zugleich wurde die Neubaustrecke zur Philadelphiabrücke eröffnet. Zunächst wurde noch die Streckengabelung zur Friedensbrücke beibehalten, jedoch am 4. März 1991 endgültig stillgelegt. Die Trasse wurde abgetragen, um Platz für den Neubau der Station Spittelau zu schaffen.

U6-Süd Erweiterung nach Siebenhirten 1995Süd-Erweiterung

Am 15. April 1995 ging nach Umbauarbeiten der früheren Schnellstraßenbahnlinie 64 auch die neue Süd-Strecke nach Siebenhirten über Alt Erlaa ans Netz. Seit 1995 wird auch mit den neuen dreiteiligen Niederflurbahnen der Baureihe T von Bombardier gefahren. Seit 2008 wird auch die neue Type T1 eingesetzt, welche die letzten Stadtbahnwagen seit Ende 2008 vollständig ersetzte.

Donauquerung nach Floridsdorf

Am 4. Mai 1996 wurde schließlich die neue Strecke der U6 über die Donau nach Floridsdorf eröffnet und der Streckenabschnitt nach Heiligenstadt aufgelassen. Der letzte U6-Zug nach Heiligenstadt fuhr jedoch schon am 30. April um etwa 21 Uhr, bis zum 4. Mai gab es einen Schienenersatzverkehr mit Autobussen. Bevor diese Strecke nach Floridsdorf eröffnet werden konnte, wurde jedoch sehr lange über den Trassenverlauf diskutiert, die Parallelführung mit der S-Bahn galt als umstritten. Genaue Informationen zu den einzelnen Varianten können Sie hier nachlesen.

Zukunft

Pläne für eine Zweiglinie der U6 von der Längenfeldgasse über den Südgürtel Richtung Südbahnhof und Erdberg gibt es schon lange. Der Umbau der Strecke als Voll-U-Bahn wird wohl in Zukunft nicht geschehen, hat man doch zumindest teilweise aus den Fehlern der Zweierlinie gelernt.

Immer wieder (und vor allem von politischer Seite) taucht die Forderung nach einer U-Bahn-Anbindung der SCS auf. Das Einkaufszentrum ist jedoch nicht nur bereits bestens durch die Lokalbahn nach Baden bestens an das Netz des Öffentlichen Verkehrs angeschlossen, zudem müsste sich auch das Land Niederösterreich an den enormen Baukosten beteiligten. In Zusammenhang mit einer U6-Verängerung nach Baden tauchen auch meist Überlegungen auf, die U6 mit der Badner Bahn (WLB) zu verbinden, zum Beispiel durch die Führung von Zügen aus Baden über die U6-Trasse. Als absolut lächerlich kann nur die Forderung einer U6 nach Baden be-zeichnet werden! Die Baukosten würden explodieren, die Fahrtzeit wäre einfach viel zu lang und ein U-Bahn-Intervall zu dicht.

U6 Nord Stammersdorf

Die Planungen für eine Verlängerung der U6 nach Stammersdorf sind hingegen noch nicht ganz vom Tisch, der Bau wäre in der 5. Ausbaustufe möglich. Sollte die U6 tatsächlich bis zum entstehenden Krankenhaus Nord in Floridsdorf verlängert werden, dann nicht vor 2019.

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